Mittwoch, 08.04.2009 um 10:45 Uhr

 

Die fünf neuen MädchenStärken Projekte

1.    Just Sports, Just Girls – Osterholz Scharmbeck

Mit Hilfe der Bildungsstätte Bredbeck des Landkreises Osterholz bekommen 60 Mädchen die Chance, über zwei Jahre in vier festen Gruppen die Trendsportarten Hip Hop, Kanu, Klettern und Fußball zu erproben. Das Angebot richtet sich an Mädchen der Klassen 7 bis 10, viele sind Sportanfängerinnen, eine Reihe von Ihnen leiden unter Bewegungsarmut und Übergewicht. Neben der körperlichen Herausforderung lernen die Mädchen Teamfähigkeit und Verantwortungsübernahme, in dem sie die Gruppenaktivitäten selbstständig planen und zu Übungsleiterinnen ausgebildet werden. Für den Sommer dieses Jahres stehen ein Fußballturnier auf Kreisebene sowie ein Kanuwochenende auf der Hamme auf dem Programm.


2.    Platz da! - Berlin/Heinersdorf

Im Berliner Bezirk Heinersdorf wird ein maroder Bolzplatz saniert, damit ihn  nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen zum Fußball, Basketball und Kleinfeldhockey spielen nutzen können. Das Besondere: die Mädchen sind selbst als Bauleiterinnen tätig. Von der ersten Idee über die Gestaltung, bis zur Inbetriebnahme des Platzes und der Organisation des Angebots – alles liegt in den Händen der Mädchen, mit der tatkräftigen Unterstützung von der Bürgerinitiative "Zukunftswerkstatt Heinersdorf e.V.". Geplant ist, mit der angrenzenden Ahmadiiya Gemeinde Kontakt aufzunehmen, um noch mehr muslimischen Mädchen Zugang zum Sportangebot zu verschaffen. Zum gemeinsamen Kennenlernen ist im Juli ein großes „Dorffest“ auf dem Platz anberaumt.


3.    Urban Hero – Berlin

Urban Hero, ein Projekt des Berliner Trägers Social Start Up e.V., verbindet den Spaß am Sport mit dem Erlernen von Verantwortungsübernahme im Notfall sowie der Fitness für einen spannenden Beruf: Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren bekommen die Chance, sich über Selbstverteidigung, Boxen, Klettern und Krafttraining zu stärken und erhalten ganz nebenbei noch Einblicke in die Praxis der Berufsfelder „Rettungsdienst“ und „Feuerwehr“. In intensiven Wochenend-Trainings werden sie zu Unerschrockenheit und zum Austesten neuer Situationen ermutigt und lernen von Feuerwehrfrauen und Rettungssanitäterinnen, wie sich eine starke Frau in einem männderdominierten Beruf behaupten kann. Die Malteser sowie die Berliner Feuerwehr konnten als Kooperationspartner gewonnen werden.


4.    Girls 4 Girls – München

Mädchen und junge Frauen unterschiedlichster nationaler und ethnischer Herkunft treffen in der Jugendkultur Hip Hop aufeinander. Über den Münchener Kreisjugendring bekommen sie Raum, sich zusammen zu schließen, eigene „Styles“ zu entwickeln und Choreographien zu erarbeiten. Dazu gehören neben Hip Hop auch so angesagte Tanzstile wie New Style, House, Krumping, Locking und Breakdance. Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung des „School’s over Jam“, ein groß angelegtes Hip Hop Camp, bei dem über 400 Teilnehmerinnen aus ganz München und Umgebung erwartet werden. Partizipation wird – wie der Titel schon verrät – hier groß geschrieben. Die Idee zum Projekt stammt von den Mädchen selbst. Sie bilden das Organisationsteam und sind für Planung, Inhalt und auch die Durchführung der Workshops komplett selbst verantwortlich. Über 50 offene Kinder- und Jugendtreffs des Kreisjugendring Münchens sind mit im Boot, außerdem ist eine Zusammenarbeit mit dem Facharbeitskreis Mädchen und junge Frauen sowie dem Münchener Fachforum für Mädchen geplant.


5.    Mädchen Basketball Aktion - Berlin

Erstmals seit fünf Jahren Projektförderung im Rahmen von MädchenStärken werden nicht nur einzelne Projekte, sondern auch ein Netzwerk gefördert. Bei der Berliner Mädchen Basketball Aktion haben sich die drei Träger „Seitenwechsel e.V.“, „Sportverein Pfefferwerk e.V.“ und „Netzwerk Zukunft e.V.“ zusammen getan, um Expertise und Erfahrungswissen aus der geschlechtsspezifischen Arbeit mit Mädchen zu bündeln und anderen Projekten zugänglich zu machen. Monatlich werden in Kreuzberg Netzwerktreffen mit Vorträgen und Fortbildungen zum Thema „Mädchen und Sport“ stattfinden und Pläne für gemeinsame Aktivitäten geschmiedet. Auch die Mädchen sollen aktiv „netzwerkeln“ und aus verschiedenen Bezirken und Sozialräumen in andere Bezirke ihrer Stadt vordringen. Der Sport wird dabei nicht vernachlässigt: Basketball und Hip Hop werden als regelmäßige Trainings an unterschiedlichsten Standorten in Berlin angeboten.